Der Papageien - Pflegeplatz

Ein   für Papageien mit Handicap  

 

Der Papageienpflegeplatz

 

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Karin Poser

Trägerin des Bayerischen Tierschutzpreises


Ehrung 2019 Projekt blaue Schleife "Papageienzeit"

Papageientrainerin J. Koser


 
 
 
 
 
 
 
 

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Jessica Koser

Tierärztin und Papageientrainerin

Verantwortung in der Papageienhaltung. 

 

 

Wir alle tragen die Bürde der Verantwortung – manchmal haben wir diese frei gewählt, manchmal nicht.

Verantwortung ist ein moralisch hoch verankerter Begriff, der in der modernen Zeit, geprägt von sozialen Medien und Spitzengeschwindigkeiten in der Informationsverbreitung, häufig eine Weitläufigkeit erreicht, die ich als gefährliche Werteverlagerung betrachte. Zunehmend habe ich das Gefühl, dass sich Menschen für die Angelegenheiten ihrer Mitmenschen verantwortlich fühlen, zumindest wenn es darum geht, eine schnelle Meinungsäußerung/Kritik oder Anklage zu erheben – meistens erfolgt dies sogar ungefragt.

Haben diese Menschen sämtliche Verpflichtungen ihres persönlichen Verantwortungsbereiches bereits erfüllt? Oder hat man ohnehin das Recht, seine eigene Verantwortlichkeit hinten anzustellen, wenn man andere in ihrer Verantwortungserfüllung kritisiert?

Wieso überhaupt ständig die Verbindung zwischen Verantwortung und Anklage? Die Antwort lässt sich geschichtlich finden: Historisch ist das Substantiv Verantwortung erst im 15. Jahrhundert nachzuweisen. Es stammt von mittel-

hochdeutsch „verantworten“ ab = „sich als Angeklagter zu verteidigen“, „beantworten, rechtfertigen, vertreten“. Bin ich als verantwortlicher Mensch demnach zwangsläufig ein Angeklagter oder habe das Recht zur Erhebung der Anklage?

Tatsächlich beobachte ich unter uns Papageienhaltern nicht selten, wie „Lieschen Müller“ mit erhobenem Zeigefinger „Peter Mayer“ kritisiert und anklagt. Schnell gerät solch eine Debatte außer Kontrolle und gewinnt eine Art Eigendynamik, die nichts mehr mit der Eingangsthematik zu tun hat und deren Schwerpunkt in der gegenseitigen Benennung von Unzulänglichkeiten innerhalb der eigenen Verantwortungen gipfelt. Ein interessantes Phänomen.

Wem hilft das? Ich wage zu behaupten: keinem. Versuchen wir also einmal, vom Kläger-Angeklagter-Konstrukt Abstand zu gewinnen und befassen uns mit einer moderneren Definition:

Laut Wikipedia ist „Verantwortung die Übertragung bzw. Übernahme einer willentlichen Pflichterfüllung in Form von Handlungen inklusive deren Konsequenzen.“ Wendet man diese Definition nun auf das Tierschutzgesetz an, welches besagt „Wer ein Tier hält, betreut oder zu betreuen hat, muss das Tier seiner Art und seinen Bedürfnissen entsprechend angemessen ernähren, pflegen und verhaltensgerecht unterbringen und muss über die für eine angemessene Ernährung, Pflege und verhaltensgerechte Unterbringung des Tieres erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten verfügen.“, stelle ich fest, dass die gesetzlichen Rahmenbedingungen die Verantwortung eines jeden Tierhalters gegenüber seinen Tieren eindeutig definiert sind. Diese zwei Sätze verlangen so viel detailliertes Fachwissen ab, dass wir - und das sind nicht nur die Experten auf ihren eigenen jeweiligen Fachgebieten, sondern jeder einzelne von uns, der sich Fachwissen im Laufe der Zeit angeeignet hat - eine moralische Verpflichtung haben sollten, dieses mit all jenen zu teilen, die daran Interesse haben.

Wir alle sollten für unsere eigene Papageienhaltung niemals das Streben, noch besser, noch größer, noch tiergerechter zu handeln, verlieren und in der Lage sein, neue Erkenntnisse, modernere Standards, aber auch langjährige Erfahrungswerte zu beachten, zu würdigen und mit Respekt zu behandeln.

Eine mündige, aber wissbegierige Einstellung verhilft jedem einzelnen, das Richtige für sich und seine Tiere zu finden. Ich freue mich über eine wachsende Anzahl an Experten, die ihr Wissen in der PapageienUmschau, in sozialen Netzwerken, auf Fortbildungsveranstaltungen, in der Fachliteratur, in Vorträgen, Artikeln, auf Messen und vielem mehr mit den erfahrenen und unerfahrenen Lesern, Hörern, Zuschauern und Besuchern teilen. Ich freue mich über Moderatoren und Administratoren, die dabei auf ein gewisses Maß an gegenseitigem Respekt und Höflichkeit setzen und für die Einhaltung dessen ei-

nen hohen Anteil ihrer Freizeit opfern. Ich freue mich auf großartige und vielversprechende Projekte von Vereinen, Firmen und Verlagen, die uns im neuen Jahr 2019 erwarten werden, an denen zahlreiche Firmen, Privatleute und Ehrenamtliche aktiv mitwirken. Ich freue mich auf zahlreiche Veranstaltungen im Neuen Jahr, die Laien und Experten die Möglichkeit des Austausches bieten, um Fachwissen zu vereinen und unser aller gemeinsames Ziel vorantreiben:

Eine noch bessere, größere und tiergerechtere Papageienhaltung.


„Kritik ist gut – Vorbild ist besser!“

(Zitat des deutschen Schriftstellers Lothar Schmidt)

Packen wir es also an und verbessern wir uns abermals gemeinsam zum Wohl unserer Papageien! Ein frohes neues Jahr und viel Spaß beim Lesen wünscht Ihre

Jessica Koser
(Tierärztin & Papageientrainerin)“